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Die Rheinpfalz (Regionale Ausgabe Pirmasens) schreibt am 13.01.2005:
Fast wie beim Arzt: Vorsorge für Unternehmen Unternehmer loben den von Georg Schütz entwickelten und bei der IHK angebotenen Firmen-Check
Genau ein Jahr ist es her, seit UIrich Schmitt, Geschäftsführer der Richard Scbmitt GmbH, sich entschlossen hat, das kostenlose Angebot der IHK zu nutzen und sein Unternehmen auf den Prüfstand eines IHK-Beraters zu stellen. Gestern zog er erfreut Bilanz: Das Betriebsergebnis hat sich binnen der zwölf Monate um einen sechsstelligen Betrag verändert, die Summe unterm Strich ist jetzt wieder schwarz statt rot.
Von ähnlich guten Erfahrungen mit dem so genannten KMU-Check berichtet Gerhard Gross, einer von drei geschäftsführenden Gesellschaftern der Karl Peter Kunststoffe GmbH in Münchweiler, die 30 Mitarbeiter beschäftigt. Vor sieben Monaten habe er die Analyse machen lassen, obwohl er "davon ausgegangen ist, dass es uns gut geht". Der Check habe das zwar bestätigt, aber dennoch einige Punkte zu Tage gefördert, wo es noch besser laufen könnte - und seither läuft.
Der KMU-Check - die Abkürzung steht für kleinere und mittelständische Unternehmen - ist ein vergleichsweise neues Angebot des Pirmasenser IHK-Starterzentrums und gehört zu einern ganzen Paket von kostenlosen Angeboten an Unternehmen, das von Steuerberatung über Tipps für die Pressearbeit bis (künftig) zu einer monatlichen Rechtsberatung reicht. Ein Angebot in solcher Breite, wie es das in ganz Rheinland-Pfalz in keiner anderen IHK-Dependance gebe, wie Gabriele Westerkamp, die Verantwortliche, heraus streicht. Die Angebote würden auch sehr gut genutzt.
Allerdings wünsche sich die IHK, dass gerade der KMU-Check noch etwas mehr Aufmerksamkeit finde bei den Unternehmen - und zwar nicht erst dann, wenn sie möglicherweise Probleme haben. "Die Leute, die wir gerne hier hätten sind nicht da", sagt Westerkamp, die schätzt, dass es 70 Prozent der Betriebe in der Region derzeit "so lala" geht, denen es aber mit einigen Veränderungen besser gehen könnte.
Entwickelt hat den Check der pirmasenser WIrtschaftsingenieur Georg Schütz ("Das ist eine Innovation aus der Region für die Region"), der in der Zwischenzeit Lizenzen an drei weitere IHK-Berater in Deutschland weitergegeben hat. Anhand eines etwa zweistündigen Gesprächs mit Fragen zu bestimmten Teilbereichen der Firma sowie zweier Jahresbilanzen oder betriebswirtschaftlicher Auswertungen des Unternehmens ("je aktueller, desto besser - sonst wird's ein Blindflug") ermittelt er das Potenzial des Unternehmens und identifiziert die größten Kostentreiber: "20 Prozent der Dinge verursachen 80 Prozent der Kosten." Sein eigenes Computerprogramm vernetzt dann alle Bereiche und zeigt, welche Konsequenz das Drehen an einer der Schrauben für alle anderen Bereiche hat. So erkennt der Unternehmer sofort, ob es besser ist, sich von einigen säumigen Kunden dauerhaft zu trennen, obwohl damit der Umsatz deutlich fallt, zugleich aber die Liquidität der Firma steigt - und damit ihr Gewinn. Am Ende stehen dann eine Analyse. Hinzu kommt das Ergebnis aus den anfänglichen Fragen, anhand dessen Schütz aufzeigt, in welchen Bereichen (etwa Organisation, Finanzmanagement, Unternehmensführung) die Firma gut gerüstet ist, wo mittelfristig Veränderungsbedarf besteht und wo schnellstmöglich gehandelt werden muss. Anband dieser beiden Analysen könne jeder Unternehmer dann selbst entscheiden, ob er etwas tun wolle und wo er Prioritäten setze.
Wolle er darüber hinaus weitere Beratung und tiefergehende Begleitung von Schütz, erst dann müsse er zahlen -" allerdings nur ein Erfolgshonorar auf Basis des tatsächlichen Nutzens. Es sei für ihn unverständlich, sagt Unternehmer Gross, warum so wenige seiner Kollegen diese Möglichkeit nutzten, da sie doch kostenlos und unter dem Dach der IHK sei. "Jeden Tag rufen Unternehmensberater an. Doch die wollen immer gleich viel Geld, ohne dass man weiß, was es am Ende wirklich bringt. Hier ist diese Schwelle nicht. Warum also nicht?" (wop)
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